Women in Iran: Short Films I

Freitag, 12.11.2021, 17.30 Uhr

Ca. 2000 Kurzfilme entstehen jährlich im Iran, die kurze Form präsentiert alle Facetten des aktuellen iranischen Kinos – gesellschaftliche Milieus, private Abgründe, geheime Fantasien… Die Filmemacherin und Kuratorin Ghasideh Golmakani hat aus den Werken iranischer Kurzfilm-Regisseurinnen eine Auswahl getroffen.

Ghasideh Golmakani stammt aus einer Familie von Künstlern und Journalisten. Mit 18 ging sie nach Paris, um an der Sorbonne Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften zu studieren. Nach ihrer Rückkehr in den Iran begann sie, Filme zu drehen. In ihren Filmen behandelt sie hauptsächlich Tabus im traditionellen Iran wie Kindesmissbrauch, Belästigung im öffentlichen Raum oder die tägliche Gewalt gegen Frauen. 2019 erschien ihr Buch über Ali Abbassi, einen bedeutenden vorrevolutionären Filmproduzenten. Golmakani arbeitet – auch international – als Filmkuratorin. 2020/21 stellte sie zwei Kurzfilmprogramme für „Visions of Iran“ zusammen.

Hanged
Fiction IR 2019, 13’
Regie: Roqiyeh Tavakoli
Parvaneh ist 40 Jahre alt, wiegt 300 Pfund und hat es im Alltag schwer. Doch da gibt es noch etwas…

Origami
Fiction IR 2019,14’
Regie: Marjan Hashemi
Soodeh hat Gefühle für ihre Mitschülerin. Die Sportlehrerin erfährt davon, wird eifersüchtig und droht, diese verbotene Liebe dem Schuldirektor zu melden.

Horn
Fiction IR 2018, 8’
Regie: Ghasideh Golmakani
Eine Teheranerin muss dringend einen Parkplatz für ihr Auto finden. Männer auf der Straße stören ihre Konzentration.

The American Bull
Fiction IR 2019, 15’
Regie Fatemeh Tousi
Im Grenzland zum Irak betreiben die Dörfler Viehzucht. Der Junge Saheb verdient sein Geld mit dem einzigen amerikanischen Bullen. Ein poetischer Film über eine besondere Freundschaft.

Tangle
Animation IR 2019, 7’
Regie Maliheh Gholamzadeh
Eine zarte Animation über „Flucht“: der Verlust von Heimat, Erinnerungen und Menschen, die wir nur schwer loslassen können.

Absent Wound
Docu-Experimental GB 2018, 9’
Regie Maryam Tafakory
Im „Zoorkhane“ – ein traditionelles „Gym“ für Männer – sinniert eine junge Frau über ihre Körperlichkeit.

Kann aus rechtlichen Gründen nicht im Streaming gezeigt werden.

Taxi Téhéran
Documentary IR 2012, 3’
Experimentaldoku
Regie: Afsaneh Chehregosha

Granddad Was a Romantic
Animation GB 2019, 5’
Regie: Maryam Mohajer
Ein Kind erzählt, wie sein Opa zum ersten Mal auf ein Bild seiner Großmutter stößt und in ihr die Liebe seines Lebens erkennt.

Die Kinovorführungen endeten am Sonntagabend. Der Film kann von Montag den 15. bis Sonntag den 21. November als „Video on Demand“ hier online gekauft und gesehen werden. Der Ticketkauf ist ab Montag 12:00 Uhr möglich.

Filmgespräch mit folgenden Gästen

Maryam Tafakory (geb. Iran) die zwischen London und Shiraz lebende Filmemacherin und Künstlerin, verwebt in ihren Text- und Filmcollagen Poesie, dokumentarisches, archiviertes und gefundenes Material miteinander. Sie erforscht Darstellungen von Auslöschung, Geheimhaltung, [un]berührbaren und [un]gesprochenen Verboten. Ihre essayistischen Videos befassen sich mit der Darstellung von Frauen im iranischen Kino nach der Revolution.  Tafakorys vielfach ausgezeichnete Arbeiten werden international ausgestellt und gezeigt – unter anderem beim Rotterdam IFFR, der Whitechapel Gallery, dem Edinburgh EIFF, dem Zurich Film Festival, dem Melbourne MIFF, dem ZINEBI, dem Hamburg IKFF, dem ICA London, dem BFI London, dem Ji.hlava IDFF-

Afsaneh Chehrehgosha: ihre Liebe zum Kino begann mit der Fotografie im Iran. Sie studierte an der Azad-Universität in Teheran Fotografie und begann dann in Straßburg, Frankreich, Dokumentarfilme zu drehen. 2015 gründete sie die Casting-Agentur „Persanophone“.

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Origami
Horn
The American Bull
Tangle
Absent Wound
Taxi Téhéran
Grandad Was a Romantic
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