Gestern Dürre, heute Flut. Und morgen?

Sa., 1. Juni 2019 | 15:00 | Filmforum

Im regenarmen Iran wurden jahrzehntelang wichtige Wasseradern durch zu viele Staudämme belastet, spärliche Wasserressourcen durch eine invasive Landwirtschaft erschöpft. Ursachen sind auch ein sanktionsbedingter Technologierückstand und Produktionsdruck. Als Folge ist der riesige Urmiyasee beinahe ausgetrocknet, ebenso wie das Hamoun-Schwemmland; der regionale Anbau, aber auch uralte Kulturräume und traditionelle Lebensweisen sind bedroht. Die jüngsten Überschwemmungen vom Frühjahr 2019 mit über 50 Toten sind da kein Widerspruch, sondern nur Ausdruck einer doppelten Katastrophe: Klimawandel und eine unzulängliche Wasserwirtschaftsplanung.

Film und Podiumsgespräch

Karoon
Dokumentarfilm, IR 2018, 50‘
R: Mohammad Ehsani

Ehsani dokumentiert seit Längerem die Bedrohung der begrenzten Wasserressourcen des Iran. Sein jüngster Film porträtiert die reiche Kulturlandschaft, die der einst wasserreichste iranische Fluss Karoon auf seinem Weg passiert. Und er zeigt die verheerenden Auswirkungen einer falschen Wasserwirtschaft auf Fischbestände, auf einzigartige Biotope und auf die lokal ansässigen Volksgruppen.

Im Anschluss Podiumsgespräch mit Dr. Sudeh Dehnavi (ITT, TH Köln – University of Applied Sciences), Susanne Annen (Ausstellungsleiterin/ Bundeskunsthalle Bonn), Mohammad Ehsani (Filmemacher »Karoon«).

Trailer

Regisseur

Mohammad Ehsani (*1973 in Tabris)
Seine zahlreichen Dokumentarfilme befassen sich mit historischen und sozialen Themen: „The Lovers: The Victims“ (2004) setzte sich mit an AIDS-Erkranken auseinander, „Tabriz: Images from the Forgotten World“ (2007) porträtiert die  allmählich verschwindende armenische Gemeinde von Tabriz. In den letzten Jahren hat Ehsani sich verstärkt der Umweltproblematik zugewandt, unter anderem mit den Filmen „Lady Urmia“ (2013), „Lonely Lake“ (2015), „Once Hamoun“ (2016).

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